München im Mittelalter

 

 

 

 

 

 

 

Die offizielle Geschichte der Stadt beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1158. Im Lauf von rund 100 Jahren wird aus einem kleinen Marktort zunächst die Residenzstadt eines Teilherzogtums. 1506 wird München die Hauptstadt des gesamten Herzogtums Bayern.

 

1158
"Munichen" (München) ist Gegenstand eines Streits zwischen Bischof Otto von Freising und Heinrich dem Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern, der vor Kaiser und Reichstag in Augsburg ausgetragen wird.

 

Der Ortsname wurde schon im Mittelalter auf "munich/münich" - "Mönch" zurückgeführt, weshalb das erste überlieferte Stadtsiegel aus dem Jahr 1239 den Kopf eines Mönchs mit übergezogener Kapuze zeigt. Ab 1304 wird ein stehender Mönch mit Tonsur, Segenshand und Evangelienbuch dargestellt. Der Mönch, der durch missverständliche Darstellungen  später als Kind gedeutet und so zum "Münchner Kindl" wurde, ist in modernisierter Form auch heute als Stadtwappen und Stadtsiegel gebräuchlich.

 

Der tatsächliche Ursprung der Münchner Geschichte liegt in einer im Jahr 782 getätigten Schenkung an das Kloster Schäftlarn.

 

1180
Pfalzgraf Otto von Wittelsbach wird Herzog von Bayern. Bis 1918 werden Mitglieder des Hauses Wittelsbach als Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern regieren.

 

1255
Die Brüder Heinrich und Ludwig teilen das Herzogtum Bayern unter sich auf. Es entstehen ein Teilherzogtum Niederbayern (Hauptort Landshut) und ein Teilherzogtum Oberbayern (Hauptort München). München wird ab jetzt zum Amtssitz eines Landesherrn ausgebaut und ist nicht mehr wie bisher nur Handelsplatz.

 

1280
Bei Ausschreitungen gegen die Münchner Juden gibt es zahlreiche Tote. Die überlieferten Zahlen differieren allerdings stark.

 

1314
Herzog Ludwig von Bayern-München - ein Sohn des bereits genannten - wird zum König und 1328 zum römisch-deutschen Kaiser gewählt (Kaiser Ludwig der Bayer 1314-1347). München wird zu einer kaiserlichen Residenzstadt. Auf diese Zeit dürfte der Gebrauch der Farben Schwarz und Gelb (Gold) als Stadtfarben zurückgehen; sie auch die Farben des Reiches. 

 

1442
Der Landesherr (Herzog) lässt die Juden aus München vertreiben. 

 

1468
Baubeginn der Frauenkirche (Baumeister: Jörg von Halspach). Erst 1525 erhält die Kirche ihre charakteristischen Kuppeln aus Kupferblech (auf Schedels Ansicht fehlen sie noch!).

 

1462

 

Jörg von Halspach errichtet das städtische Fest- und Tanzhaus (Altes Rathaus), das auch für fürstliche Repräsentationszwecke genutzt wird. Die Ausstattung des großen Saals im Obergeschoss schaffen Münchner Künstler. Künstlerischer Höhepunkt des Saals sind die „Moriskentänzer“ von Erasmus Grasser, die mit ihrem Tanz auf die eigentliche Funktion des Saalbaus verweisen (die Originale befinden sich im Münchner Stadtmuseum). Im Parterre des Gebäudes sind Brotverkaufsstände und das Stadtgefängnis untergebracht.

 

Im Zentrum der hölzernen Decke erscheint im Strahlenkranz das Wappen Kaiser Ludwigs des Bayern (mit doppelköpfigem Reichsadler und weiß-blau gerautetem Herzschild), es wird als „Zentralgestirn“ von den Wappen der wittelsbachischen Verwandtschaft umkreist; Sonne und Mond spielen nur Nebenrollen. Die 99 Wappen am unteren Rand der Decke benennen die Herrschaftsmächte des 15. Jahrhunderts.

 

Das Alte Rathaus wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Beim Wiederaufbau hat man die Ausstattung des Saales dem ursprünglichen Zustand weitestgehend anzunähern versucht.

 

1481
Der Marktplatz, auf dem sich bisher etliche Gebäude (u.a. eine Kapelle) befanden, wird von diesen befreit; es entsteht ein rechteckiger freier Platz. Zunächst nur "Platz" oder "Markt" und ab 1487 nach dem dort stattfindenden Getreidemarkt (Getreideschranne) auch "Schrannenplatz" genannt. Seine heutige Größe erhält der Platz erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Zurückverlegung der Baulinie auf der Südseite.

 

1487
Herzog Albrecht IV. erlässt eine neue Brauordnung für München, die erstmals das sog. Reinheitsgebot enthält, wonach Bier nur aus Hopfen, Gerste - gemeint ist das daraus gewonnene Malz - und Wasser gesotten werden darf.
Das Gebot wurde 1516 in das "Buch der gemeinen Landgebot, Landesordnung, Satzung und Gebräuch" übernommen und für das ganze Herzogtum Bayern verbindlich gemacht. Noch heute erneuern die Münchner Bierbrauer alle Jahre auf dem Brauertag den "Preu-Eid" mit dem Reinheitsgebot als Selbst-Verpflichtung. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes von 1986 besitzt das Gebot ansonsten keine Gültigkeit mehr.

 

1505
Nach dem Aussterben der Landshuter (niederbayerischen) Herzogslinie im Jahr 1503 kam es zum "Landshuter Erbfolgekrieg" um das weitere Schicksal dieses Teilherzogtums und schließlich 1505 durch Entscheidung des Kaisers Maximilian in Köln ("Kölner Spruch") zur Wiedervereinigung der bayerischen Teilherzogtümer. Sie entsprachen gemeinsam etwa den heutigen Regierungsbezirken Ober- und Niederbayern und einem Teil der Oberpfalz. Die Landesteilungen waren damit beendet. Es gab ab jetzt nur noch ein Herzogtum Bayern und München war seine Hauptstadt.

 


Einige geschichtliche Begebenheiten – Auszüge aus Wikipedia

 

Das erste Oktoberfest

 

Anlässlich der Hochzeit zwischen Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 fanden in München zahlreiche private und öffentliche Feiern statt. Auf deren letzte, das Pferderennen am 17. Oktober, geht das Oktoberfest zurück. Vermutlich im Gedanken an das 1786 letztmals ausgetragene Scharlachrennen, das im 15. Jahrhundert erstmals vor dem Karlstor stattfand und Teil der Jakobidult wurde, schlug Andreas Michael Dall’Armi in seiner Funktion als Major der Nationalgarde ein Pferderennen mit Ausstellung und Schau zur öffentlichen Huldigung des Brautpaares vor. Überliefert ist, dass die initiale Idee, die zu diesem Vorhaben führte, von dem Lohnkutscher und Unteroffizier der Nationalgarde Franz Baumgartner ausging. Dieser Ursprung des Festes gilt jedoch als umstritten.[7]

 

Der Festplatz außerhalb der Stadt wurde aufgrund seiner natürlichen Eignung ausgesucht. Der Sendlinger Berg (heute Theresienhöhe) diente als Tribüne für die 40 000 Zuschauer des Rennens. Die Festwiese blieb bis auf das Königszelt unbebaut. Die Verköstigung der Besucher erfolgte oberhalb der Tribüne auf der Anhöhe, wo „Traiteurs“ u. a. Wein und Bier anboten. Bevor das Rennen begann, erfolgte eine Huldigung der Hochzeiter und des Königshauses in Form eines Zuges aus 16 Kinderpaaren, die mit Trachten der Wittelsbacher, der neun bayerischen Kreise sowie weiterer Regionen bekleidet waren. Anschließend sang ein Chor aus Feiertagsschülern, bevor schließlich das Festrennen mit 30 Pferden auf einer 11 200 Schuh (3270 Meter) langen Rennbahn folgte. Als Sieger ging das Pferd des möglichen Initiators Franz Baumgartner über die Ziellinie der seine Goldmedaille von Rennmeister und Staatsminister Maximilian Graf von Montgelas überreicht bekam.[8]

 

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums wurde 2010 erstmals am Südende der Theresienwiese ein historisches Oktoberfest („Oide Wiesn“) auf dem Areal des zentralen Landwirtschaftsfestes gestaltet. Es eröffnete einen Tag vor Beginn des eigentlichen Oktoberfestes gleichfalls mit dem Fassanstich durch den Oberbürgermeister. Auf dem fünf Hektar umfassenden abgezäunten Gelände präsentierten sich historische Fahrgeschäfte, Festzelte und andere historische Attraktionen wie beispielsweise eine Steckerlfischbraterei, ein Kettenkarussell oder ein Zuckerwattestand. Gegen Eintritt können neben dem Museums- ein Tierzelt sowie die Pferderennbahn besichtigt werden. Das Tierzelt beinhaltet unter anderem einen Streichelzoo und wird vom Tierpark Hellabrunn sowie dem Bayerischen Bauernverband betreut. Das Münchner Stadtmuseum übernahm die Gestaltung des Museumszeltes.[17]